TheNet: #logancij16 – Investigativer Journalismus

Berlin: 11.-12.3.16 – Symposium zu kritischem und investigativen Journalismus

Die Speaker sind hochkarätig: Enthüllungsjournalisten, Whistleblower, Anwälte und Technologieexperten, Aktivisten, wie Duncan Champell, Jesselyn Radack, Jacob Applebaum, Julian Assange, Nafeez Ahmed, Sarah Harrison – Sie treffen sich 2016 zum ersten Mal in Berlin zum „Logan CIJ Symposium“.
Text: Iris Wessolowski

Zwei Tage ist dieses Symposium im bcc, dem Kongresszentrum am Alexanderplatz, Diskussionsort. Es geht um Redefreiheit, Transparenz, Überwachung, Zensur, Whistleblowing, den Schutz von Quellen, um digitale und analoge Datensicherheit. Das Motto ist „Building alliances against SecrecySurveillance & Censorship“.
Die Veranstaltung ist englischsprachig und offen für alle Interessierten.
Tickets sind über die Website erhältlich.

ScreenshotTwitter_CIJ2016_web
https://logancij.com/

#LoganCIJ16

Veranstalter ist das “ The Centre for Investigative Journalism – CIJ, an welchem in London Journalisten ausgebildet werden. Hauptsponsor ist die amerikanische, private Reva & Logan Foundation, die unter anderem auch Förderung für investigativen Journalismus betreibt.

Die gesamte Konferenz wird live im Internet übertragen:
Der Stream ist in die Website  https://logancij.com/ eingebunden.

Zudem sind alle Vorträge des Hauptprogramms als Audiomitschnitte nachhörbar,
die Links zu den einzelnen Podcast befinden sich hier: https://voicerepublic.com/users/the-logan-cij-symposium.

Das Programm und Rückblicke

Tag 1 : Freitag 11.März 2016

Ein Tag mit Projektvorstellungen von Journalisten und Aktivisten aus der ganzen Welt. Seinen ersten emotionalen Höhepunkt hat er mit dem Vortrag von Jacob Appelbaum.  Appelbaum, selbst Technologist, Journalist und frühes Mitglied von Wikileaks, kritisiert den Umgang mit Quellen und Whistleblowern durch die Medienunternehmen und großen Zeitungen, besonders des englischen Guardian.
Im Original ist sein Beitrag hier nach zuhören. [Zeitstempel 72:10 bis etwa 91:30].

Besonders um diesen Quellenschutz, sei es durch technische Maßnahmen oder sei es durch extra eingerichtete Plattformen, Verschlüsselung und spezielle Postfächer für Whistleblowers, ging es dann auch in den folgenden Vorträgen.

Besonders die Berichte der U.S. Whistleblowers William Binney (Ex-CIA) und Thomas Drake (Ex-NSA) ermöglichten den Zuhörern konkrete Einblicke in die verzwickte Situation der einzelnen Person, die entscheidet die eigentlich nicht-öffentlichen Informationen an die Öffentlichkeit oder Multiplikatoren weiter zu leiten.

Als deutsches Beispiel stellte  Annegret Falter vom „Wistleblower Netzwerk e.V.“ in der Session 4  den Whistleblowerfall: B. Heinich  und seine rechtlichen Konsequenzen kurz vor. Inhalt dieses sogennten „Leaks“ waren die menschenunwürdigen Zustände in einem Berliner Altenpflegeheim im Jahre 2007.

Session 1: Challenge Power I – Speaker: P. Sainath. Moderator: Gavin MacFadyen

Session 2: Reports from the front – with Nafeez Ahmed, Jacob Appelbaum, Eveline Lubbers, Natalia Viana, Martin Welz moderator John Goetz

Session 3: Transparency and Protection with MC McGrath, Ibrahim Mohamoud, Jesselyn Radack, Marcel Rosenbach, Richard Tynan

Session 4: “Can you hear me now?” with William Binney, Duncan Campbell, Thomas Drake, Annegret Falter, Holger Stark

Session 5: Fighting the Global Arena with David Mirza Ahmad, Julian Assange, Giordano Nanni, Juice Rap News Live Show moderator Jérémie Zimmermann


Tag 2 : Freitag 11.März 2016

Session 6: Challenge Power II with Seymour Hersh moderator Gavin MacFadyen

Session 7: The future of OS with David Mirza Ahmad, Joanna Rutkowska, Tails
moderator Jacob Appelbaum

Session 8: Today’s investigative platforms with Markus Beckedahl, Simona Levi, Edwy Plenel, Rob Wijnberg moderator Bernd Fix

Session 9: Methods and Tools for Visual Investigations with Steffen Krämer, Ana Naomi de Sousa, Christina Varvia moderator Eyal Weizman

Session 10: Difficult Targets with Tim Jenkin, Matt Kennard, Stefania Maurizi, Paul von Ribbeck, Matthias Spielkamp moderator Caroline Nevejan

Session 11: From History to the Future with Gavin MacFadyen

Interessant waren am zweiten Konferenz-Tag vor allem die technischen Vorträge, die Tools und Techniken vorstellten, goes und no-goes aufdeckten und besonders aus dem Blickwinkel des journalistischen Workflows in der Praxis berichteten, Problemstellen aufzeigten und Kritik übten.
Nicht jeder Journalist ist technisch so versiert, um allen Fallstricken beim Versuch der sicheren, verschlüsselten Kommunikation zum Schutz seiner Quellen auszuweichen.
Aber auch in Deutschland entwickelt sich eine Sensitivität für den Umgang mit Whistleblowern und deren Daten und Bedürfnisse.

Besonders am Rande der Konferenz konnten die einzelnen Projekte, Software-Unternehmen und Initiativen an ihren Ausstellungsständen direkt angesprochen werden. Es gab Miniworkshops und auch die Möglichkeit ad-hoc kleine Nebenveranstaltungen mit interessanten Interviewpartner zu arrangieren. Das netzwerken im persönlichen Gespräch war einer der wichtigsten Programmpunkte dieser Konferenz, was nicht immer durch die anwesende Presse durchschaut wurde. [;)]

Die Beiträge sind auch für späteres Nachhören als Audiodateien im Netz verfügbar, leider ohne die manchmal für das Verständnis notwendigen Folien.

hier: https://voicerepublic.com/users/the-logan-cij-symposium.

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